Seit ungefähr einem Jahr habe ich jetzt ein Bullet Journal und suche immer nach neuen Ideen, wie ich es an mein Autorenleben anpassen kann. Für die Erfassung meines Schreibfortschrittes habe ich inzwischen eine Variante gefunden, die mir gut gefällt, schnell designt ist, und mir vor allem auch Motivation spendet! Vielleicht möchtest du es ja auch ausprobieren?

Warum überhaupt ein Tracker?

Ich mag es, Dinge überschauen zu können und zu planen. Ich plane meine Geschichten (natürlich hauptsächlich, damit meine Figuren auch was haben, das sie durchkreuzen können) und setze mir Deadlines, um meine Schreibroutine aufrecht zu erhalten und immer zu wissen, worauf ich gerade hinarbeite.
An einem Schreibfortschritt-Tracker schätze ich einerseits, dass er sichtbar macht, wie lang der Weg ist, der vor mit liegt – aber vor allem auch, dass er festhält, was ich schon geschafft habe. Gerade das vergisst man doch oft. Dabei ist es so wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, wie weit man gekommen ist, und welche tollen Ziele man bereits erreicht hat. Die Antwort auf diese Frage lautet also in einem Wort: Motivation!

Wie sieht das Ding aus?

Links siehst du den Tracker für mein aktuelles Projekt mit dem Arbeitstitel „Der Go-Spieler“. Meine Handlettering-„Künste“ lassen wir besser mal außen vor 😉

Nun gehöre ich zu der Gattung von Schreibenden, die vorab recht genau planen. Ich erstelle mir immer einen Szenenplan, bevor ich mich das erste Mal an den Rohentwurf setze und kann so einigermaßen abschätzen, wie lang das fertige Buch sein wird. Wenn das auf dich nicht zutrifft, dann kannst du auch einfach ein Gesamtwortziel nehmen, das du (mindestens) erfüllen möchtest – zum Beispiel 50.000 wie beim NaNoWriMo!

Der Tracker ist schnell erklärt: Jedes Kästchen steht für 1.000 Wörter. Ich zeichne also als erstes die Anzahl an Kästchen, die meiner Zielwortzahl bzw. Schätzung entspricht. Eventuell schlage ich noch 2-3 drauf, damit ich eine schönere Aufteilung von Zeilen und Spalten habe (50k in zehn Fünferspalten aufzuteilen, gefällt mir optisch zum Beispiel nicht so gut). Der Go-Spieler soll also ungefähr bei 56.000 Wörtern landen. Wenn das Gitter fertig ist, notiere ich mir den Starttermin, also den ersten Schreibtag links oben und schreibe an die rechte Seite die Prozentsätze, die jeder vollen Zeile entsprechen.

Nun beginnt der spaßige Teil! Am Ende jeden Schreibtages schlage ich diese Seite im Bullet Journal auf und male der Reihe nach die Kästchen aus. Für jeden Tag nehme ich eine neue Farbe. So kann ich im Nachhinein noch sehen, wie hoch zum Beispiel mein „Rekord“ war, oder an welchen Wochentagen es besonders gut gelaufen ist! Außerdem sagt mir der Tracker ganz genau, an wie vielen Tagen ich tatsächlich geschrieben habe. Am Rohentwurf für Modern Romeo habe ich sechs Wochen und drei Tage gearbeitet – aktiv geschrieben habe ich aber nur dreißig Tage lang. Ein Wahnsinnsergebnis für mich!
Während ich diesen Tracker ausgefüllt habe, gab es mehrere Tage, an denen mich das bloße Ausmalen so gelockt hat, dass ich noch 500 Wörter mehr geschrieben habe, als ich eigentlich wollte. Halbe Kästchen ausmalen fand ich nämlich doof. Mich hat der Tracker also definitiv beim Arbeiten unterstützt.